Verlag

Donnerstag, 23. Februar 2006

Reclam in Offenbach

Seit gestern bis zum 2. April im Klingspor-Museum für internationale Buch- und Schriftkunst:

Reclam. Kunst der Verbreitung.

Eine auführlichere Vorstellung gibts von der dpa, u.a. in der Frankfurter Rundschau.

Freitag, 27. Januar 2006

Das XI. Mainzer Kolloquium im Schnelldurchlauf

Für alle, die – aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer – nicht beim heutigen Kolloquium zum Thema „Neue, unabhängige Verlage als Chance für den Verlagsstandort Deutschland?“ anwesend waren, gibt es hier eine kurze Rückschau.
Nach ein paar einleitenden Worten seitens Prof. Dr. Stephan Füssel, der auch durch das gesamte Programm führte, gab Nils Kahlefendt eine kritischen Überblick über die Welt der auch Kleinverlage Genannten. Kritisch insofern, als er dem Slogan „Small is beautiful“ nicht uneingeschränkt zustimmen wollte, auch mit dem Hinweis, dass nicht überall, wo „Independent“ draufsteht, auch „independent“ drin sei, oder dass umgekehrt auch „Riesen“ schon das ein oder andere „gute“ Buch hervor gebracht hätten. Kritisch aber ebenso in der Hinsicht, dass sich die Kleinen nicht einfach so, nur weil sie so schöne Bücher machen (und so beliebt sind, weil man sie nicht fürchten muss, so Kahlefendt) auf dem Markt halten können und oft früher oder später von den Großen gefressen werden. Und kritisch ebenso, weil eben auch die kreativen Jungen – sofern sie es so lange überhaupt schaffen – einmal älter werden, weil auch sie, wenn sie auf lange Sicht draußen überleben wollen, wie „richtige“ Verleger planen und kalkulieren müssen. Aber dennoch will Kahlefendt hinter das Tagungsmotto ein Ausrufe- statt eines Fragezeichens setzen, denn: Der Verlagsstandort Deutschland braucht sie, die neuen, unabhängigen Verlage mit ihren Ideen, ihrer Motivation und ihren Anregungen, als Gegenpol zu den alt gewordenen Routiniers.
Sozusagen als Anschauungsmaterial gab es dann Vertreter verschiedener Klein- und Nischenverlage zu hören. Daniela Seel von kookbooks hatte ihre ganze Begeisterung für ihren Verlag, der aus einem Projekt heraus entstanden ist, nicht nur mitgebracht, sondern sie schaffte es auch, diese auf die zahlreichen Zuhörer zu übertragen. Von finanziellen Fragen wolle sie nichts wissen, stellte sie gleich zu Beginn ihres lebhaften wie emotionalen Vortrags klar, so dass zu diesem Punkt nicht einmal Rückfragen gewagt wurden. Wichtig sei ihr hingegen, dass sich das einfach so entwickelt habe. Sie verlegt auch nur Bücher, die ihr gefallen, weil sie sie schließlich nach außen hin vertreten muss, und das könne sie nicht mit schlechten Büchern. Sie will auch mit der Gestaltung der Bücher mit Konventionen brechen und fragen, warum denn etwas nicht gehen soll, nur weil es unüblich ist, so mit gestürzten Titeln auf dem Cover. Sehr wichtig sind ihr die Personen, mit denen sie zusammen arbeitet, sowohl in Sachen Grafik oder Satz als auch Autoren, die sie großenteils bereits vor der Verlagsgründung kannte. Ziel dieser Gründung sei es gewesen, dass, was sie gut fand, in die Praxis umzusetzen. Warten, dass ihr jemand eine Tür öffnet, kenne ihr Lebensgefühl nicht, und die Verlagsarbeit – die übrigens nicht ausreicht, um davon zu leben – sei ihr Leben und umgekehrt. Eine Planung für die Verlagszukunft gebe es nicht.
Ähnliche Erfahrungen brachte Lars Birken-Bertsch mit, der den blumenbar-Verlag vertrat. Wenn man irgendwie ankommen wolle, müsse man eine Nische besetzen. Und: Für die Durchsetzung der Bücher sei vor allem der Vertrieb sehr wichtig. Außerdem gelte es, Autoren zu finden, die man dann auch längerfristig an den Verlag binden könne. Bis jetzt sind beim blumenbar-Verlag erst zwanzig Bücher erschienen, was auch daran läge, dass nicht jeder gute Text auch ein Buch sei. Zudem müsse man sich ja auch überlegen, ob ein Buch am Ende auch Leser finden könnte. Wenn ein Buch erst einmal in einer Buchhandlung ausliege, werde es auch gekauft, doch es bis zum Buchhändler zu bringen, erfordere viel selbstbewusstes Auftreten und Überzeugungskraft, wieso es denn unter den Unzähligen ausgerechnet dieses Buch sein soll. Schließlich, so Birken-Bertsch, brauche niemand diese Bücher.
Ganz anders äußerte sich da Dr. Jörg Meidenbauer von der Verlagsbuchhandlung Martin Meidenbauer (die ihren Namen erhielt, weil man in der Wissenschaftsverlegerbranche einen traditionsreich klingenden Namen braucht; Meidenbauers Kollege heißt mit Nachnamen Martin ...). Seine Bücher seien nicht „nice to have“, sondern „must have“. Ansonsten erkannte er aber, ebenso wie Dr. Mark Lehmstedt (Lehmstedt-Verlag), viele Gemeinsamkeiten mit den vorher vorgestellten literarisch ausgerichteten Verlagen, auch wenn er mehr als Geschäftsmann mit festen Zielen und Blick auf die Zahlen an die Sache herangeht. Er erschloss sich seinen Kundenkreis zunächst über Adressen alter Schul- und Uni-Bekannter, von denen er glaubte, dass sie eventuell zu seiner Zielgruppe gehören könnten. Für einen wissenschaftlichen Verlag sei außerdem, anders als bei einem belletristischen, die Breite des Programms von großer Bedeutung, deshalb sind dort die Titelzahlen mit fünfzig im Jahr um einiges höher. Auch Rezensionen seien wichtig, egal ob positive oder negative – Hauptsache, über das Werk wird gesprochen.
Lehmstedt, der vor der Verlagsgründung eine Zeit lang arbeitslos war (womit die Gründung also keinen reinen Ausdruck von Freude am Buch, sondern eher ein Krisenphänomen darstellt), beklagte die miserable Ausstattung von Büchern regionaler Verlage. Sein Verlag wolle die Bücher auch gut lektorieren und kunstvoll gestalten. Das Problem von Regional-Verlagen sei die kleine Zielgruppe, die zwar zum Teil direkt bekannt und somit ansprechbar ist, jedoch nur aus Anwohnern der Region (hier Leipzig), durchreisenden Touristen und Weggezogenen, welche zudem schwer zu erreichen seien, besteht. Die Verlagswerke seien aber nicht alle nur von regionalem Interesse, sondern teilweise durchaus auch für Literatur, Geschichte oder Sozialwissenschaften von Belang. Lehmstedt habe schon manche Entdeckung gemacht, bei der nicht nur er, sondern auch die Rezensenten fragen mussten, warum diese Sammlungen oder Dokumente nicht schon längst veröffentlicht worden waren. Und auch er versäumte es nicht, die Schwierigkeiten in Sachen finanzielle Unterstützungen (die er glücklicherweise nie erwartet habe) oder Kreditaufnahmen anzuprangern.
Prof. Dr. Christoph Bläsi von der Universität Erlangen wollte den Kleinverlagen schließlich ein wenig Mut machen. Zwar hätten die bereits etablierten Konzerne in vielen Bereichen Vorteile, doch biete das Internet Möglichkeiten, die einem eher nützten, wenn man eine bestimmte, eng eingegrenzte Zielgruppe ansprechen wolle, als wenn es um die breite Masse gehe. Und beispielsweise die Google Adwords seien, bei denen man einen bestimmten Begriff festlegt, bei dessen Eingabe ein Banner des Verlags eingeblendet wird, seien auch gar nicht so teuer, weil man nur entsprechend der Abrufzahlen zu zahlen hätte. Die Verleger sahen jedoch auch hier hohe Kosten und geringe beziehungsweise nicht kontrollierbare Effektivität. Sie könnten nur Geld für PR- oder Werbemaßnahmen ausgeben, wenn deren Erfolg sich mit großer Sicherheit auszahlen würde. Zum Teil würde allerdings über Internetportale von Fans über ihre Bücher gesprochen, also völlig ohne ihr Zutun gute Werbung gemacht.
Man sieht, ein spannendes Thema, über das man noch länger hätte diskutieren können. Eines war auf jeden Fall mitzunehmen: Eine Verlagsgründung und vor allem –führung ist kein bloßes Vergnügen, doch wer die nötige Liebe zum Buch, den Unternehmergeist (auch wenn die Redner immer wieder betonten, dass sie das Rad nicht neu erfunden haben), eine gehörige Portion Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen, aber vor allem auch Freude an der Betreuung eines Buchembryos bis zu seiner Reife mitbringt, der kann es durchaus wagen –und dabei gewinnen. Wenn auch nicht den großen Euro.

Donnerstag, 19. Januar 2006

FAZ on Suhrkamp

Die FAZ heute mit einem erfreulich überraschend relativierenden Blick auf die momentanen zustände bei Suhrkamp:

Es sagt viel über die fortgeschrittene Kommerzialisierung der Branche, wenn sich Teile der Literaturkritik heute mehr um die Vermarktungskünste der Verlage sorgen als um deren zunehmenden Bestsellerwahn und den damit verbundenen Substanzverlust.

Da wird Ulla Unseld-Berkewicz von manchen Kommentatoren geradezu zu einer Art Susanne Osthoff des Verlagswesens stilisiert, zu einer weltfremden Idealistin und gefährlichen „Überzeugungstäterin”, die zum Ärger der Buchhändler anstelle von ökonomisch überlebensnotwendigen Bestsellern einen „Verlag der Weltreligionen” sozusagen als Privatgegnügen aus dem Boden stampft - als sei Gott kein brisantes Thema unserer von Kulturkämpfen zerrissenen Epoche.

Donnerstag, 12. Januar 2006

Literaturwettbewerb bei Eichborn

Der Eichborn Verlag feiert sein 26-jähriges Bestehen und veranstaltet aus diesem Anlass einen Autornewettbewerb. Egal ob Roman, Erzählung oder Gedicht; es sollten mindestens 150 und nicht mehr als 350 Seiten zusammenkommen. Wichtig ist jedoch, dass der Autor ein "eichborniges" Werk zustande bringt. Was damit gemeint ist, ist in der Pressemitteilung des Verlags nachzulesen.....Nachdem die Texte von einer Jury gesichtet wurden, erhält der Sieger 26X26 Euro und die einmalige Chance, dass sein Werk im Eichborn Verlag veröffentlicht wird! Ach ja, Einsendeschluss ist der 26.Mai 2006.

Neuer Ärger bei Suhrkamp

Und wieder einmal gibt es Dramen, Skandale und Intrigen aus dem Denver Clan dem Suhrkamp Verlag zu melden. Seit dieser Verlag vor nunmehr über drei Jahren seines Oberhauptes beraubt wurde, rennt der Betrieb wie ein kopfloses Huhn hin und her. Aber wir wollen nicht gemein sein, sondern ganz in Ruhe die letzte Meldung vermerken: Geschäftsführer Georg Rieppel, der erst Mitte 2004 für ein neues Marketing-Konzept angeheuert worden war, hat seine Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag im gegenseitigen Einvernehmen beendet. Offiziell heißt es, dass keine Einigung über die "Ausrichtung seines Geschäftsbereichs" erzielt werden konnte. Man munkelt jedoch, dass Rieppels Neuorientierung am Markt ( Die Öffnung des Verlags, mehr Öffnung, mehr Offenheit...) besonders bei General Unseld-Berkéwicz nicht gut angekommen sei. Dabei war dieses Konzept bisher durchaus erfolgreich.

Montag, 9. Januar 2006

Neue, unabhängige Verlage als Chance für den Verlagsstandort Deutschland?

Einladung zum
XI. Mainzer Kolloquium zur Aus- und Weiterbildung –
Neue, unabhängige Verlage als Chance für den Verlagsstandort Deutschland?

Die Branchenmagazine berichten darüber, die Feuilletons von der taz bis zur NZZ schwärmen von den „spektakulärsten Verlagsneugründungen der letzten Jahre“, von „innovativen verlegerischen Debüts“, von den „jungen, innovativen Literaturverlagen, deren literarische Leidenschaft Berge versetzen“ könne... Die Rede ist von der erstaunlich großen Zahl von etwa 170 Verlagsneugründungen der letzten zwei Jahre, die sich als kreativ, unabhängig und programmatisch gewichtig erweisen. Auf den beiden Buchmessen des Jahres 2005 waren sie jeweils ein Thema, mehrfach mit eigenen Veranstaltungen. Wir wollen uns daher auch bei unserer Aus- und Weiterbildungsveranstaltung für die Studierenden der Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität und alle Weiterbildungsinteressierten aus der Branche in diesem Jahr mit dem Phänomen dieser Verlagsneugründungen befassen und nachfragen, ob dies als ein Aufbruchssignal oder eher als ein Krisensymptom zu werten ist. Wir freuen uns, dass vier Verlagsvertreter kommen werden, um uns über ihre Verlagsphilosophie Auskunft zu geben und mit Wissenschaftlern und Fachjournalisten gemeinsam zu diskutieren.
Mitdiskutierende aus der Universität, der Stadt und der Branche sind herzlich willkommen!


Stephan Füssel, Institutsleiter



Programm

9.30 Uhr Prof. Dr. Stephan Füssel (Mainz)
Begrüßung und Einführung in die Tagungsproblematik

9.45 Uhr Nils Kahlefendt (Leipzig)
Bestandsaufnahme: Small is beautiful oder
Vom Gründungsboom der Verlage im neuen Jahrtausend

10.30 Uhr Kaffeepause

10.45 Uhr Fallbeispiele I
kookbooks – Bibliophilie und Kreativität als Programm.
Vorgestellt von Daniela Seel (Idstein/Berlin)

11.30 Uhr Zwischen Avantgarde-Club und Verlag:
blumenbar-Verlag
Vorgestellt von Lars Birken-Bertsch (München)

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Fallbeispiele II
Interdisziplinarität als Programm: Verlagsbuchhandlung
Martin Meidenbauer
Vorgestellt von Dr. Jörg Meidenbauer (München)

14.15 Uhr Regionaler Markt oder überregionaler Markt,
Chancen und Risiken; Lehmstedt-Verlag
Vorgestellt von Dr. Mark Lehmstedt (Leipzig)

15.00 Uhr Prof. Dr. Christoph Bläsi (Universität Erlangen):
„Nützt das Internet kleinen Verlagen mehr als großen?“

15.30 Uhr Abschließende Podiumsdiskussion

16.15 Uhr Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des Instituts für Buchwissenschaft Mainz


XI. Mainzer Kolloquium
Neue, unabhängige Verlage als Chance für den Verlagsstandort Deutschland?

Freitag, den 27. Januar 2006
Philosophicum der Universität Mainz, Welderweg 18, Hörsaal P 1


Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Sekretariat des Instituts für Buchwissenschaft in Mainz gebeten:
- per Brief: Johannes Gutenberg-Universität, Institut für Buchwissenschaft, 55099 Mainz
- per Fax: (06131) 39-25487
- per E-Mail: sekretariat-buchwissenschaft@uni-mainz.de
- telefonisch: (06131) 39-22580

Weitere Informationen über die Homepage:
www.buchwissenschaft.uni-mainz.de


Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V.,
dem Verein der Freunde des Instituts und
der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft Mainz

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Eine Hand wäscht die andere

Am 15. Dezember wurde dem Weltbild-Programmleiter, Georg Frericks, im Vatikan das "Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice" verliehen. Privataudienz mit Papst Benedikt XVI. inklusive...
Wer sich jetzt wundert, da er Weltbild eher mit Frauenkochbüchern und leicht ramschigen Allerweltstiteln verbindet, der vergisst, dass die Verlagsgruppe mit mehr als 1 Milliarde Umsatz zu den bedeutendsten Medienunternehmen Deutschlands zählt. Nebenbei veröffentlichte der Verlag im Jahr 2005 auch ein paar Büchlein und Sonderhefte über den jetzigen Papst und dessen Vorgänger....Genau wie im Fall der Bild-Zeitung zeigt der Vatikan auch hier ganz offen, wie weit seine Fangarme in den europäischen Medienbetrieb hineinreichen.

Quelle: buchmarkt

Donnerstag, 15. Dezember 2005

Mischkalkulation - Fortsetzung

Es wäre vielmehr sogar an der Zeit, daß die ökonomische Vernunft gerade der kleineren Verlage, deren Leidenschaft für Inhalte, ihr kontinuierliches Handeln sich so wohltuend sinnvoll vom aggressiven Marketinggrößenwahn der Konzernverlage abhebt, im Feuilleton zum Thema würde. Denn es ist in der Tat erstaunlich, welche bemerkenswerten Bücher von dieser unabhängigen und engagierten Seite dem Leser zugeführt werden.

Joachim Unseld antwortet Rainer Moritz in der WELT von heute.

Mittwoch, 14. Dezember 2005

"Death of Traditional Book Publishing"

Der Präsident von Thomas Nelson Publishers, Michael Hyatt, schreibt in seinem Weblog über den Untergang des traditionellen, "papierbedruckten" Buchmarktwesens.

Analog zur Musikindustrie, die von den Möglichkeiten der digitalen Nutzung und Distribution überrollt wurde (oder auch nicht! Siehe Martin Rölls E-Business Weblog) warnt Hyatt davor, dass die Verlage diese zumindest theoretische Entwicklung nicht ignorieren sollten.

Geräte wie der IPod, der die digitale Musik erst massentauglich und alltagskompatibel gemacht hat, sind durchaus auch für Texte möglich bzw. bereits existent.
Hyatt überlegt sich in seinem Beitrag, wie ein solches Geschäftsmodell für Verlage aussehen könnte.

Maybe it won’t be the death of traditional book publishing, but it will mean a significant shift, perhaps a seismic shift. If we as book publishers are going to stay in the game and avoid the fate of the music industry, we are going to have to embrace the future now and start preparing for it.

Natürlich kommen nun wieder die alten Gegenargumente, dass der Bildschirm das bedruckte Papier aus diversen Gründen niemals ablösen wird (Haptik, Ästhetik, Bequemlichkeit,...).

Dabei darf aber nicht vernachlässigt werden, dass im wissenschaftlichen Bereich das pdf-Dokument inzwischen fast schon Standard ist (auch wenn es wohl meist noch ausgedruckt wird. Aber es soll ja auch noch Menschen geben, die ihren Email-Eingang ausdrucken...)

Ebenfalls ist zu begrüßen ist, - und da stimme ich Martin Röll zu - dass sich wenigstens in dieser Branche mal jemand frühzeitig Gedanken macht!

[via E-Business Weblog]

Montag, 12. Dezember 2005

Ein Loblied auf die Mischkalkulation

Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses zeichnet in der heutigen WELT eine nüchterne Zustandsbeschreibung des deutschen (Hoch-)Literaturbetriebes:

"Mischkalkulationen" gibt es seit Jahr und Tag, und es wäre allmählich Zeit, diese Kunst des Mischens als alleinige Überlebenschance für Publikumsverlage - und damit auch für die Autoren komplexer literarischer Texte - zu begreifen. Ein "nur" literarisches Programm zusammenzustellen, das nicht in einem ausbalancierten Gleichgewicht des Verkäuflichen und des Kaum-Verkäuflichen steht, ist keine Leistung, die es per se zu rühmen gilt.

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